E-Book-Cover für ‚Aus dem Schatten geraten‘ von Deborah Wilde auf einem Tablet. Das Design zeigt einen hellen, glitzernden Hintergrund mit goldenen Ornamenten und einer rauchenden, schwarzen Handtasche mit Diamantenbesatz im Zentrum.

Aus dem Schatten geraten (Magie nach der Lebensmitte #6) | Ebook

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Taschenbuch

Miriam Feldmans Weg zum Glück ist gespickt mit Schlaglöchern.

Zwischen der Suche nach der verschwundenen Verlobten eines Vampirs und der Jagd nach Antworten über ein unheimliches Amulett, das mit dem Mord an ihren Eltern zusammenhängt, sammelt Miri Feinde quer durch das gesamte übernatürliche Spektrum. Wie aufregend. Und als wäre das nicht genug, dreht ihre Tochter gerade völlig am Rad, und Teenager-Attitüde ist ja sooo bezaubernd, wenn man auch noch Magie mit ins Spiel bringt.

Dann wäre da noch diese Sache mit dem Leviathan, aber Miri setzt konsequent auf positives Denken, selbst wenn das bedeutet, sich mit einem Seeungeheuer auseinanderzusetzen. Ihr Aufstieg als magische Fixerin läuft jedenfalls nach Plan, und sie hat ein erstes Date mit einem gewissen verdammt attraktiven französischen Wolfswandler in Aussicht.

Jetzt heißt es Vollgas, während sie tödlichen Gegnern davonrennt und sie ausmanövriert. Gegnern, die auf Rache aus sind.

Wenn du K.F. Breenes Leveling Up-Reihe und Janet Evanovichs Stephanie-Plum-Bücher liebst (nur mit Magie!), liefert die Magic After Midlife-Serie schlagfertige Dialoge zum Lautlachen, clevere Mystery-Fälle, eine zum Dahinschmelzen schöne Shifter-Romance und eine Heldin, die wirklich keine Lust mehr hat, nett zu sein.

Lies jetzt die komplette Reihe.

Kapitel 1 Angesichts der eingedrückten Schnauze des Dämons, seiner großen, mit dichten, borstigen Haaren bewachsenen Ohren und der Pusteln, die seinen schlaffen, krabbenförmigen Körper verkrusteten, waren seine Wutprobleme durchaus berechtigt. Das hieß aber noch lange nicht, dass es mir gefiel, dass er mein Kind angriff. Auch wenn es sich um einen Übungskampf in der Doppelhaushälfte meines Ex handelte. »Pass auf die Zangen auf, Sadie.« Eli Chu, der Vater meines Kindes, saß vornübergebeugt auf seinem Sofa, die Ellenbogen auf die Oberschenkel gestützt, und verfolgte das Geschehen so gebannt wie ein Trainer beim Finale des Stanley Cup. Na ja, wie ein Trainer, der bei jedem Kratzer, den sein kostbares Haus durch dieses Heimspiel abbekam, zusammenzuckte. Doch seine Besorgnis verbarg, wann immer sein Star nach Ermutigung suchte. Sadie fing den Blick ihres Dads auf, und Eli streckte ihr einen Daumen nach oben entgegen. Den bösartigen Krustentier-Gegner von heute verdankten wir Naveen Kumar, unserem Dämonenbändiger par excellence. Er leitete die Veranstaltung mit aller Würde, die er aufbringen konnte, obwohl er jedes Mal, wenn Eli zusammenzuckte, die Zähne zusammenbiss. Aufgrund eines kleinen Missgeschicks mit einem wütenden Goth-Mädchen und ihren übermäßig enthusiastischen Fäusten kam der Übungsdämon, den Nav für Sadie vorgesehen hatte, nicht mehr infrage, weshalb er stattdessen diese schreckliche Krabbe mitgebracht hatte. Anscheinend war es der am wenigsten tödliche, den er kurzfristig bekommen konnte. Ich hatte versucht, die Übungsstunde abzusagen, weil weder Eli noch ich einen Keller oder Hobbyraum in unserer Doppelhaushälfte hatten, unsere Garagen zu vollgestopft und unsere Hinterhöfe zu ungeschützt waren, als dass unser Kind sich einem Dämon mit einer Beinspannweite von sechzig Zentimetern stellen könnte. Doch hier waren wir, weil ein gewisser anderer Elternteil angesichts von Sadies Dackelblick eingeknickt war und ihr gesagt hatte, dass es in Ordnung sei, weiterzumachen. Ich grinste. Wenigstens hatte ich protestiert, als sie versucht hatte, mir wegen dieses Schlamassels ein schlechtes Gewissen einzureden. Die Möbel in Elis großem Wohnzimmer waren zur Seite geschoben worden, was diese Veranstaltung praktisch zu einem Theater in der Runde machte. Perfekt für meine Tochter aus der Theater-AG. Hinter ihr verströmte Sadies animierter Schatten genug Licht, um ein ganzes Sonnensystem mit Energie zu versorgen. Ich zuckte zusammen und rückte die Sonnenbrille zurecht, die Nav uns gegeben hatte. Nav schleuderte den aufgeregten Dämon in die Ecke und schwang seinen Stab aus massivem Licht mit der gleichen ruhigen Aufmerksamkeit und dem unfehlbaren Instinkt, den er als Anführer unserer lokalen Organisation zur Ausrottung der Brut an den Tag legte. Der Dämon huschte über die Plastikfolie auf dem Boden, zischte und suchte nach einer Öffnung. Eli grub die Handballen in seine Oberschenkel und musterte die Planen nach jeder Lücke, durch die sein Hartholzboden zu Schaden kommen könnte. Nav kesselte den Dämon ein. »Tief durchatmen, die Magie nutzen, Süße.« Sein vornehmer britischer Akzent war auf jede erdenkliche Weise charmant, obwohl es besser gewesen wäre, wenn sein bewundernswertes Sixpack nicht von seinem Hemd verdeckt worden wäre, als er zur Demonstration eine Hand auf seinen Bauch legte. Was? Eine Frau darf doch mal gucken. Sadie tat, wie ihr geheißen, doch ihr Schatten schwankte. Eli schnalzte missbilligend mit der Zunge. »Du strengst dich zu sehr an, zu schnell. Teil dir deine Kräfte ein.« Nav zog eine Augenbraue hoch, und wieder zuckte ein Muskel in seinem Kiefer. »Wir waren uns einig, dass ich diese Übung leite.« »Tust du ja.« Eli nahm die Augen nicht von Sadie. »Was habe ich über verspannte Schultern gesagt?« Er schüttelte seine zur Demonstration aus. »Je mehr du dich anspannst, desto mehr flackerst du.« Der arme Naveen umklammerte seine Waffe, während ich mich fragte, wer die besseren Überlebenschancen hatte, der Dämon oder Eli. Meine Tochter warf sich eine Strähne glanzloses schwarzes Haar aus dem Gesicht. »Daaaaaaad.« Ich schwöre, sie verdrehte die Augen. Doch da es tiefschwarze Teiche waren – einschließlich der Lederhaut –, kam das nicht wirklich rüber. Mich amüsierte es köstlich, doch mein Grinsen gefror zu einem Keuchen, als der Dämon seine Zangen zweimal zusammenschlug und sie sich in der Größe verdoppelten und ein Foto von Eli und Sadie von einem Beistelltisch stießen. Eli zuckte zusammen. »Das war ein schönes Foto.« »Glas kann man ersetzen.« Nav schob den zerbrochenen Rahmen mit dem Fuß näher heran, damit er nicht zertrampelt wurde, und der Dämon schoss an ihm vorbei, knisternd vor blauem Licht. Sadie trat die böse Krabbe mit einem Schrei weg und verhinderte nur knapp, dass ihre Zehen zerquetscht wurden. »Sades!« Ich sprang mit meiner Sense in der Hand vom Stuhl auf. Einer der vielen, vielen Vorteile, ein Banim Shovavim zu sein, war, dass meine Magie die Form einer scharfen und tödlichen Schattensense annehmen konnte. Extrem gut, um Krabben zu zerteilen und mein Kind zu verteidigen. Auch Eli war aufgesprungen. Doch nur, um einen Sessel aus der Reichweite des Dämons zu zerren. »Iiiih! Iiiih! Iiiih!« Sadie machte einen kleinen Hüpftanz und stolperte beinahe über die große, mit Magie durchdrungene Transportkiste, in der der Dämon transportiert worden war. »Ich hab sein Eitergewabbel gespürt.« Ich ließ mich zurück in meinen Sessel sinken und warf Eli einen warnenden Blick über den Rand meiner Sonnenbrille zu. Er erwiderte ihn und strich völlig reuelos über die Lehne seines Sessels. Ein elektrisches Zischen wurde vom Gestank nach gegartem Fleisch gefolgt, und Nav riss seinen Stab aus dem Auge des Dämons. »Bleib liegen, du kleiner Mistkerl.« Er ignorierte das knurrende Ungetüm, das mit klappernden Klauen und einem leuchtend roten Auge um sich schlug, und sah seine Mentee stirnrunzelnd an. »Liebling, was waren unsere Regeln? Wir berühren ihn nicht direkt, hab ich recht?« Sadie ließ den Kopf hängen. »Magie oder weglaufen.« Aus Gründen, die wir noch nicht bestätigt hatten, von denen wir aber vermuteten, dass sie damit zu tun hatten, dass Sadie ein Ohrister-Baby war, das von ihrer Banim-Shovavim-Mutter ausgetragen wurde, manifestierte sich die Magie meines Kindes nicht wie normal. Meine Tochter war definitiv eine Ohristin, wenn auch mit seltener Annullierungsmagie, aber sie benötigte einen animierten Schatten, um ihre Kräfte einzusetzen. Das war ein Trick der Banim Shovavim, obwohl unsere normal waren, wo Sadies aus reinem, hellem Licht bestand. Ein weiterer wesentlicher Unterschied war, dass, wenn ein Dämon ihren Schatten aufschlitzte, nicht Sadies Eingeweide herausquellen würden, noch würde sie Schmerz empfinden, wie ich, wenn irgendetwas meinem Schatten Delilah wehtat, wie wir vor fünfzehn Minuten gelernt hatten. »Deine Reaktion war verständlich, aber ›Magie oder weglaufen‹ muss zum Instinkt werden«, sagte Nav. »Anders als deine Mom wirst du nicht verletzt, wenn dein Schatten es wird, also benutze ihn für jeden körperlichen Kontakt.« Er haute dem Unhold auf den Kopf, um ihn zum Schweigen zu bringen. »Wir werden diese Übungen verdoppeln.« »Das ist eine ausgezeichnete Idee.« Ich legte meine Sense in meinen Schoß. »Lass uns Weglaufen üben.« Da es für Sadies Kräfte und ihre einzigartige Manifestation nie eine Erklärung jenseits von Vermutungen geben würde, hatten Sadie, Eli und ich beschlossen, uns stattdessen darauf zu konzentrieren, dass sie ihre Fähigkeiten meistert. Weglaufen stand, was mich betraf, ganz oben auf der Liste. Eli glättete die zerknüllte Plastikfolie. »Keine Übungen. Nav hat genug damit zu tun, den Dämon von den Wänden fernzuhalten.« Mit Mordlust in den Augen schwang Nav seinen Stab in die Richtung meines Ex. Ich verpasste dem großen Dummkopf, der offensichtlich nie wieder flachgelegt werden wollte, eine Ohrfeige. »Sadie hatte für heute genug Dämonenkontakt.« Sadie atmete ein paar Mal tief durch, die Hände auf dem Bauch, und die Helligkeit ihres Schattens dimmte von Mittagssonne-auf-Schnee auf Flutlichter-auf-einem-Fußballfeld-bei-Nacht. »Hört auf, mich zu bemuttern.« Ich wedelte mit einem Finger vor ihr. »Oder ›Danke, Mom, dass du mein Wohlergehen über das von Möbeln stellst‹.« »Mir.« Eli legte einen Arm um meine Schultern. »Sadie schafft das.« Sie sonnte sich in seinen Worten. Ich hingegen schlug den Arm des Verräters von mir. »Ihr wird nichts passieren«, fuhr er fort. »Besonders nicht, wenn sie das verdammte Ding niemals anfasst, um zu sehen, ob sie seine Magie annullieren kann.« »Oh mein Gott!«, schnappte Sadie. »Fass du es doch an, wenn du es so unbedingt willst.« Nav pfiff laut, woraufhin die Menschen verstummten und der Dämon sich auf seine langen Hinterbeine aufrichtete. Er fuhr mit einer Zange über das Kaminsims und traf dabei das gerahmte Canucks-Trikot von Elia, das auf dem Ehrenplatz über dem Kamin hing und von seinem Idol Henrik Sedin sowie dessen Zwillingsbruder Daniel signiert war. Das Trikot fiel mit einem dumpfen Aufprall zu Boden, das Glas zersprang. Eli stieß einen halb ohnmächtigen, halb kehligen Schrei aus, der beinahe opernhaft klang, und erschreckte damit den Dämon, dessen Zange sich dann am Saum der Uniform verfing. Nav trieb die Kreatur vom Trikot weg. »Es ist nur ein Faden gezogen.« Eli schnappte sich sein wertvolles Stück, untersuchte es mit äußerster Präzision und drückte es dann mit einem erleichterten Seufzer an seine Brust. »Das dämliche Eishockeytrikot regt dich mehr auf als das kaputte Foto von mir?« Sadies weißer Schatten flackerte wild. Ihr Dad faltete das Kleidungsstück sorgfältig zusammen. »Ich meine, ich habe viele wundervolle Bilder von dir, mein Schatz.« Ich fuhr mir mit der Hand über die Kehle. Er sackte zurück in seinen Sessel, das Trikot außer Gefahr. »Ich hab dich lieb, mein Mädchen.« »Du bist echt mies!« Ihr Schatten pulsierte wie ein Stroboskoplicht. »Atmen, Süße«, näselte Nav. »Versuchen wir es noch einmal.« Ich schlug mir eine Hand über die Sonnenbrille. »Ich kann nicht hinsehen.« »Das sagst du die ganze Zeit, und trotzdem bleibst du hier«, sagte Nav. »Weniger Sarkasmus, mehr Dämonen hüten.« Ich zeigte mit dem Daumen auf ihn. »Amen«, sagte Eli. Mit einem schnippischen Gesichtsausdruck uns beiden gegenüber trieb Nav den Dämon in eine Ecke, wo er gegen einen großen Blumentopf stieß. »Mein Ficus«, stöhnte Eli und erntete ein Schnauben von unserem Kind. »Ja, Liebling«, sagte Nav geistesabwesend und strich sich eine platinblonde Strähne von seiner braunen Haut. Grinsend stieß ich meinen Ex an, der errötete. »Was ist damit, nicht hinzusehen?«, murmelte Eli. Vor etwa einer Woche hatte er mir mitgeteilt, dass er und Nav es mit einer Beziehung versuchen würden. Ich war begeistert, dass mein schwuler Ex-Mann sein Glück mit dem besten Freund des Mannes gefunden hatte, mit dem ich in der Beziehungsvorhölle feststeckte. Würden Laurent und ich so unterhaltsam sein wie die beiden? Mein Lächeln verblasste. Vielleicht war die bessere Frage: Würden wir jemals die Chance auf ein Date bekommen? Eli löste meine Finger mit einem finsteren Blick von seinem Eishockeytrikot und glättete die Falten, die ich gemacht hatte. Sadie ließ ihren Nacken von einer Seite zur anderen knacken. »Okay, halt den Schwachkopf fest, Nav. Ich geh rein.« Er zwang den Dämon auf den Bauch und fixierte ihn mit seinem Stab. »Nähere dich ihm von der Seite, sein peripheres Sehen ist lausig.« Die Dämonenkrabbe brach in ein hohes, gequältes Zwitschern aus. Während Sadie ihm zuwinkte, wie ein Fotograf, der die Aufmerksamkeit eines Babys erregen will, schlich sich ihr Schatten neben die Kreatur und legte seine Handfläche auf eine Ansammlung von Pusteln. Sadie schauderte. »Vorsichtig«, sagte Eli. »Lass sie nicht platzen.« »Oder ich sterbe einen qualvollen Tod. Jap, ich hab Nav die ersten siebenunddreißig Mal gehört, als er mich gewarnt hat.« »Ich will nicht neu streichen müssen«, sagte Eli sanft. Sadie würdigte mein unterdrücktes Kichern keines Blickes. Nav schnippte mit den Fingern. »Ruhe, ihr zwei. Was spürst du, Sadie?« Sie kniff die Augen zusammen. Anders als Delilah hatte ihr Schatten keine eigene Sicht, die sie nutzen konnte. »Ein Summen unter seiner Haut.« »Kannst du seine Magie mit deiner einfangen?«, fragte er. Sie biss sich auf die Lippe, ihr Gesicht konzentriert verzogen, dann schüttelte sie den Kopf. »Du hast gesagt, die Chancen standen schlecht, dass sie Dämonenmagie annullieren kann«, sagte ich. »Sie hat es versucht. Es hat nicht geklappt. Machen wir Schluss und …« Sadie, Nav und Eli warfen mir identische, entnervte Blicke zu. Ich schwöre, sogar der Dämon sah genervt aus. Resigniert machte ich eine ausladende Geste mit dem Arm. »Aber bitte. Macht nur weiter.« Ich zupfte an einer Naht eines Kissens, bis Eli meine Hand mit einem Blick bedeckte, der besagte: Lass das. »Erinnerst du dich an die Visualisierungen, an denen ich dich habe arbeiten lassen?«, sagte Nav. Sadie atmete langsam aus. Ihr Schatten bewegte seine Hand über den Rücken des Dämons, hielt inne und schwebte über einer hinteren Klaue. »Hier.« »Jetzt versuch es«, sagte Nav. Das Licht des Schattens kräuselte sich wie eine Welle, die gegen den harten Panzer des Dämons schlug. Ich beugte mich näher, trotz meiner Angst gefesselt. Sadie ging in eine tiefe Hocke. Ihr Schatten kräuselte sich schneller, aber der Dämon kämpfte weiter, von Navs Waffe niedergehalten. Schließlich zerfiel ihr Schatten und formte sich auf dem Boden wie ein normaler. »Seine Magie entgleitet mir. Ich kann sie nicht annullieren.« Nav tätschelte ihr mit seiner freien Hand den Kopf. »Es war ein guter Versuch. Jetzt wissen wir, dass Dämonen für dich tabu sind.« Mit einem erleichterten Ausatmen nahm ich meine Sonnenbrille ab. Sadie hüpfte auf den Zehenspitzen und wirbelte mit einem Funkeln in den Augen zu ihrem Dad herum. »Darf ich?« Eli rieb sich mit der Hand den Nacken, während Nav genauso verwirrt aussah wie ich. Meine Schultern zogen sich hoch, und ich drehte mich langsam und drohend zu Eli um, der wieder einmal Sadies Dackelblick zum Opfer gefallen war. »Darf sie was?« »Ich habe ihr vielleicht eine kleine Aufmunterung versprochen, falls sie seine Magie nicht annullieren kann.« Er warf seine Brille auf die Couch. »Was für eine …« Ich zählte eins und eins zusammen und stöhnte. »Nicht Phoebe.« Mein Kind hatte mit einem Schwung den Mini-Flammenwerfer unter ihrem weiten Shirt hervorgezogen. »Unsere Doppelhaushälfte ist nicht für den Gebrauch dieser Waffe in Innenräumen versichert.« Ich hatte nachgesehen. »Er ist auf der niedrigsten Stufe, Mom.« Mit einem dramatischen Seufzer nahm Sadie die Kappe ab, den Finger am Abzug. »Komm mir nicht mit › Mom ‹, Kind. Keine Brandstiftung zu begehen, ist eine absolut vernünftige Bitte.« »Dad hat es versprochen.« Ich knirschte so fest mit den Zähnen, dass ich eine Schicht Zahnschmelz abrieb. Oh, wie schön. Jetzt war ich irgendwie der Buhmann, weil ich unserer Tochter gesagt hatte, sie solle nicht das Haus ihres Dads einäschern. »Ein bisschen Unterstützung hier?« »Sadie«, sagte Eli, »deine Mom hat recht.« Ich lehnte mich selbstgefällig auf der Couch zurück und verschränkte die Arme. »Danke.« »Du musst ihn auf der Terrasse benutzen.« Ich schlug mir die Hand vors Gesicht. »Juhu! Komm schon, Nav! Lass uns das Kerlchen flambieren.« Sadie riss die Schiebetür auf und sprang in den Garten. »Aber natürlich«, murmelte Nav und stieß die Dämonenkrabbe mit dem Lichtstab an. »Erlaubt mir, einem angesehenen und furchterregenden Dämonenjäger, die ganze Drecksarbeit zu machen, während Ihr, Eure Majestät, dasitzt und Euch im Glanz der Liebe Eures Kindes sonnt.« Eli warf ihm eine Kusshand zu, und Nav schlug als Antwort auf den Dämon ein. Benommen von der ganzen Zeit aus nächster Nähe mit dem Lichtstab, schwankte der Dämon unsicher wie ein Betrunkener. »Dafür revanchierst du dich später bei mir«, sagte Nav. »Eklig!« Ich zog meine Füße auf das Sofa, bevor der Dämon gegen sie krachte. Auf Navs Anstupsen hin rutschte er über das Plastik, aber er hinderte ihn daran, gegen den Esstisch zu krachen und giftigen Eiter zu verspritzen. Oder war er tödlich giftig? Egal. Tot war tot. »›Eklig‹, sagt die Frau, die mit meinem besten Freund schläft.« Nav schob seine Sonnenbrille in die Haare. »Keiner von uns ist über den inzestuösen Charakter dieser Situation überglücklich.« »Nicht du und Eli, Dummkopf. Der Dämon. Seine Eiterblasen haben vibriert.« Ich schlug eine Hand vors Gesicht. »Pass auf!« Der Dämon wirbelte wie ein Tornado, riss Nav die Füße unter dem Leib weg und huschte dann flink nach draußen. Ich sprang auf, um ihm nachzurennen, aber Nav war schon halb aus der Schiebetür, den Stab wie einen Speer erhoben. Bemerkenswerte Reflexe, dieser Mann. Eli hob eine Ecke des Sofas an, um die Plane zu lösen. »Gott sei Dank ist das vorbei.« Was für ein niedlicher Optimist.

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